Oktober 2025
Zwei Jahre - Zwei Wege.
Vor zwei Jahren hat die Bundesregierung die Nationale Strategie für Soziale Innovationen und Gemeinwohlorientierte Unternehmen (SIGU) verabschiedet, die eine gemeinwohlorientierte Form des Wirtschaftens fördert. Worum geht es dabei?
Vor zwei Jahren hat die Bundesregierung die Nationale Strategie für Soziale Innovationen und Gemeinwohlorientierte Unternehmen (SIGU) verabschiedet. Ein starkes Zeichen, um Wirtschaften nicht nur als maximales Gewinnstreben, sondern auch als gesellschaftliches Handeln mit Verantwortung zu verstehen und weiterzuentwickeln.
Natürlich müssen Unternehmen rentabel wirtschaften, um langfristig Bestand zu haben. Doch im 20. Jahrhundert entstand der Gedanke, Unternehmen seien zur maximalen oder gar schonungslosen Gewinnmaximierung quasi verpflichtet. Die SIGU-Strategie zeigt einen anderen Weg auf.
Wirtschaften bedeutet, Leistungen und Güter bereitzustellen, die für das Leben der Menschen notwendig sind – wie Lebensmittel, Kleidung, Energie, Transport, Bildung oder Pflege. Unternehmen leisten unter dieser Perspektive einen grundsätzlichen Beitrag für die Gesellschaft. Dies gilt gerade für mittelständische, lokal verankerte Betriebe. Eine Bäckerei beispielsweise, die vor Ort mit regionalen Zutaten arbeitet und faire Löhne zahlt, versorgt die Allgemeinheit mit Lebensmitteln und schafft Einkommen für viele, nicht nur für die Besitzer.
Wenn Produkte oder Dienstleistungen darüber hinaus ganz spezifisch am Wohlergehen der Menschen und der Umwelt ausgerichtet werden, können Unternehmen nachhaltige Beiträge für das Gemeinwohl leisten und zugleich Einkommen erwirtschaften und langfristig Bestand haben.
Im Heidekreis fehlen wohnortnahe Pflegeangebote für ältere Menschen ebenso wie attraktive Mobilitätsangebote jenseits vom Individualverkehr. Arztpraxen schließen, weil es keinen Nachwuchs gibt, Innenstädte veröden, weil der digitale Handel zu neuen Konsumgewohnheiten führt. Hier können „soziale Innovationen“ zur Grundlage wirksamer Geschäftsmodelle werden: lokal und gemeinwohlorientiert, rentabel aber nicht bedingungslos gewinnmaximierend ausgerichtet.
Und so sehen konkrete Lösungen aus: Eine Pflegegenossenschaft organisiert gemeinschaftlich getragene Pflegeangebote für ältere Menschen. Ein Mobilitätsprojekt entwickelt ein digitales Verleihsystem mit lokalen Fahrradläden. Ein Ärztehaus bietet eine kooperative Lösung für die hausärztliche Versorgung und bindet junge Mediziner:innen durch flexible Modelle ein.
Zwei Jahre SIGU-Strategie: das ist nicht nur ein Jubiläum. Es ist eine Einladung, Wirtschaft neu zu denken und ihre Beiträge zu einer zukunftsfähigen, regionalen Gesellschaft zu stärken.