Juni 2026

Machen steckt an

Das Wort Nachhaltigkeit löst in vielen Unternehmen Skepsis oder Abwehr aus. Es klingt für viele nach Ideologie, Bürokratie und erhobenem Zeigefinger.

Das Wort Nachhaltigkeit löst in vielen Unternehmen Skepsis oder Abwehr aus. Es klingt für viele nach Ideologie, Bürokratie und erhobenem Zeigefinger. Doch wer den Tag damit verbringt, Aufträge hereinzuholen und Rechnungen zu bezahlen, hat für vermeintlich ideologische Debatten weder Zeit noch Lust und fragt sich: Wer soll das bezahlen? Wer übernimmt die Extrastunden? Und verschreckt das Gerede von Nachhaltigkeit nicht die Kunden? Aus tiefer Skepsis bleibt das Thema also liegen.

Dabei verändert sich der Markt in vielen Branchen spürbar. Betriebe, die sich umstellen, haben handfeste Vorteile. Sie gewinnen leichter jüngere Fachkräfte, weil diese genau hinsehen, wo sie ihre Arbeitskraft einbringen. Sie sichern sich Aufträge, weil Kunden zunehmend auf umweltfreundliche Produkte und Auftraggeber auf transparente Lieferketten achten. Sie erhalten eher Kredite, weil Finanzinstitutionen nachhaltige Kriterien anwenden müssen.

Die Frage ist also nicht, ob man das Thema anpackt, sondern wie man den Einstieg findet. Echte Erfahrungen aus anderen Unternehmen, geteilt in unkomplizierten Netzwerktreffen, können Katalysatoren sein. Wenn Geschäftsführer*innen ihre eigene Nachhaltigkeitsreise teilen, mit all ihren Höhen und Tiefen, schwinden Bedenken und Blockaden.

Was hat funktioniert und was nicht? Wer musste wie überzeugt werden? Wie gelang es Mitarbeitende und Kund*innen mitzunehmen? Zu hören, dass andere trotz Skepsis oder Angst vor Kosten gestartet sind und neben Rückschlägen auch Erfolge vorweisen können, macht nachhaltige Veränderung sichtbar und greifbar. Besonders, wenn über Rückschläge und Umwege auch mal herzlich gelacht werden kann.

Nachhaltigkeit ist auf diese Weise keine ideologische Grundsatzfrage mehr. Sie wird zu dem, was sie eigentlich ist: eine vernünftige Strategie, die den eigenen Betrieb krisenfest macht und die unternehmerische Zukunft sichert. Anfangen kostet nichts. Es gelingt beim nächsten Kaffee unter Branchenkollegen mit einer einfachen Frage: Wie habt ihr das gemacht?